Gummibärenbande

Jahresschwerpunkt

Die Gummibärenbande ist eine Regelgruppe, welche nach dem Vorarlberger Bildungs- und Erziehungsplan, sowie nach dem pädagogischen Grundgedanken Maria Montessori, Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt und begleitet.

Wir arbeiten individuell und situationsorientiert, d.h. je nach Alter, Persönlichkeit, Charakter werden individuell die Stärken der Kinder gefördert und eine gesunde Entwicklung in allen Lern- und Lebensbereichen angestrebt!

 

 

Pädagogisches Konzept – Montessori-Material

 

Die Freiarbeit ist das Kernstück der Montessori-Pädagogik. Deshalb haben wir eine große Vielfalt von Materialien, mit denen Kinder ihr Selbsttun üben können. Die Kinder können mit den Materialien selbständig arbeiten und ihre Lernerfolge kontrollieren. Sie bestimmen auch selbst über Arbeitsrhythmus, Arbeitsdauer, Lerntempo und ob sie allein oder mit Partnern arbeiten wollen.
Die Kinder werden ganzheitlich gefördert, dazu zählt sowohl die motorische und geistige als auch die sozial-emotionale Entwicklung. Ihr Grundbedürfnis nach Selbstständigkeit wird dabei besonders berücksichtigt. Umgesetzt wird dieses Konzept mit einer vorbereiteten Umgebung.
Der Gruppenraum gliedert sich in bestimmte Handlungs- und Lernbereiche, in denen das Montessori-Material bereitliegt. Das Material ist in fünf Gruppen eingeteilt:
 

 

Übungen des täglichen Lebens

 „Man muss den Tätigkeitsdrang des Kindes soweit wie möglich unterstützen, es nicht bedienen, sondern zur Selbstständigkeit anregen." (Maria Montessori)

In der Montessori-Pädagogik sind die Übungen des praktischen Lebens Hilfen für das Kind, seine Unabhängigkeit zu erobern. Sie helfen ihm, seine Bewegungen, die es im Alltag braucht, zu ordnen, koordinieren und zu verfeinern. Es sind Übungen, die den Kindern in kleinen Schritten zeigen, wie man Hände wäscht, Schleifen bindet, Schuhe putzt, Knöpfe oder einen Reißverschluss zubekommt, Wasser in einen Becher gießt,  Wäsche faltet und vieles mehr. Dadurch kommt das Kind zunehmend im Alltag alleine zurecht.
Im Kindergarten, wie auch in der Familie, ist es wichtig, den Kindern außer der notwendigen Zeit für all diese Dinge auch die Gelegenheit zu geben, vor allem bei den häuslichen Arbeiten mitzumachen. Sie lernen, füreinander Tisch zu decken, mit echtem Geschirr behutsam umzugehen, es zu spülen und an den dafür vorgesehenen Platz zurückzubringen, kultiviert miteinander zu speisen u.v.m.
Dies hört sich einfach an. Für Kinder aber ist es ein langer Lernweg. So ist es selbstverständlich, dass die Arbeiten der Kinder anfänglich nicht so perfekt sein werden, wie wir es als Erwachsene erwarten. Ein vom Kind gedeckter Tisch sollte auch nicht nachkorrigiert werden. Die Erwachsenenvorstellung sollte hier in den Hintergrund treten. Wichtig ist dabei nur der Spaß am Tun!

 

 

Sinnesmaterial

„Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war.“  (Maria Montessori)

Das Sinnesmaterial ist ein magischer Anziehungspunkt für unserer Kinder. Das dennoch schlicht gehaltene Material sticht nicht durch seine farbliche Attraktivität hervor, sondern eher durch seine Funktion: Es ist leicht für Kinder zu handhaben, bringt Spannung und meist immer ein selbst kontrollierbares Ergebnis mit sich.
In einem offenen Regal übersichtlich angeordnet, bietet es auf besondere Weise dem Kind einen „Schlüssel zur Welt“.
Diese ersten, sinnlichen Erfahrungen die Kinder machen, fördern die weitere geistige Entwicklung des Menschen.
Für Maria Montessori sind sie auch Entwicklungsmaterialien:

„Das Greifen führt zum Be-greifen!“

Kinder lieben es, Gegenstände zu ordnen. Gesammelte Steine werden nach Größe und Farbe getrennt, Knöpfe auseinandersortiert und wieder zusammengeschüttet. Kinder schulen dabei ihre Sinne hinsichtlich der Formen, Farben, Dimensionen, Tastgefühl, Geruch, Geschmack, Geräusch.
Aus der Fülle der vorhandenen Materialien greifen wir  z.B. den Rosa Turm heraus.
Zehn Massivholzkuben in schlichtem Rosa lassen sich vom Größten zum Kleinsten stapeln. Die eingebaute Fehlerkontrolle durch den kleinsten Kubus gibt dem Kind die Möglichkeit, sich selbst zu kontrollieren.

„Indem ein Kind seine Fehler selber kontrollieren und korrigieren kann, bleibt seine empfindliche Würde geschützt“!

Rosa Turm, Braune Treppe, Einsatzzylinder usw. sind Entwicklungsmaterialien zur Unterscheidung von Dimensionen.
Mit Hilfe der geometrischen Körper wie Würfel, Kegel, Pyramide, Kugel, Ei….wird die Schulung der Formen wahrgenommen. Wortbegriffe wie groß-klein, kurz-lang und andere mehr werden geübt, um auch sprachlich nachzukommen.
Die Sinnesmaterialien bilden eine indirekte Einführung in das Schreiben, Lesen und Rechnen, erweitern gezielt den Wortschatz, verfeinern die Handgeschicklichkeit und fördern das Hören der Sprache.
Die Arbeit mit diesen Materialien fordert eine gewisse Ordnung. Das Material wird von den Kindern aus dem Regal geholt, es wird damit gearbeitet, wieder zurückgebracht und aufgeräumt.
Dieses systematische Arbeiten fördert wiederum den Ordnungssinn, den die Kinder so sehr benötigen. Wir unterstützen damit den „inneren Bauplan des Kindes“ und seine Persönlichkeit.

 

Mathematik-Material

Ein wichtiger Bereich nimmt das mathematische Material ein. Durch den sinnhaften Umgang mit ihm soll das Kind schon im Vorschulalter die Abstraktion von Mathematik begreifen!

Der Übergang zum abstrakten Denken kann nur gelingen, wenn vorher ein sicheres Fundament konkreter Erfahrungen gelegt wurde. Die Kinder können bei uns tausend Perlen in die Hand nehmen, Mengen mit Muscheln oder Spindeln bilden, die Zahlen bis hundert kennen lernen, usw.

Die Mathematikmaterialien bauen auf Bekanntes auf. So sind die Nummerischen Stangen eine Weiterbildung aus den roten Stangen aus dem Sinnesmaterial. Das Kind sieht, greift, spürt und begreift. Es erfühlt anhand der Sandpapierzahlen die Symbole und folgt der Ziffernspur. Es zählt mit Perlen, es rechnet mit den Spindeln des Spindelkastens, es erfasst die Mengen im Zehnerbereich. Darauf folgend erobert es mit Hilfe der Seguintafel I und II den Zahlenraum von 11 – 99.

Für Maria Montessori ist Mathematik nicht gleichbedeutend mit Zählen und Rechnen. Vielmehr geht es darum, das Zahlensystem zu erfassen und zu verstehen!

 

Sprache

„Die Sprache verursacht jede Veränderung der Welt, die wir als Zivilisation bezeichnen. Das Instrument, das ein gegenseitiges Verstehen ermöglicht, ist die Sprache – Mittel gemeinsamen Denkens.“ (Maria Montessori 1972)

Kinder haben von Natur aus das Bedürfnis, das Schreiben und Lesen zu erlernen. Die Spracherziehung, wie auch die Bildung des mathematischen Geistes sind für die heutigen Kinder nicht mehr erst Sache der Schule.
In unserer Gruppe ist es deshalb wichtig, diesem Sprachhunger Rechnung zu tragen, indem viele Geschichten erzählt, Erlebnisse berichtet, Aufträge erteilt und besprochen werden. Viele Kinder interessieren sich in diesem Alter schon für die Schrift. In unserem Montessori-Bereich finden sie ihre vorbereitete Umgebung, in der Schrift und Sprache eine selbstverständliche Rolle spielt. Auf das offensichtliche Interesse und auf die Frage: „Wie heißt dieser Buchstabe?“ reagieren wir mit entsprechenden Montessori-Materialien, die behutsam aufeinander aufbauen.

Durch die Sprache erhalten die Kinder Zugang zur Welt und entwickeln auch das Interesse, andere Sprachen zu erlernen. Unser Auftrag sehen wir darin, den Sprachbildungsprozess durch ausführliche, genaue und reichhaltige Sprache zu fördern.

 

Kosmische Erziehung

„Keine Beschreibung, kein Bild, kein Buch, kann das wirkliche Sehen der Bäume mit dem ganzen Leben, das sich um sie herum im ganzen Wald abspielt, ersetzen…Die Bäume strömen etwas aus, was zur Seele spricht, etwas, was kein Buch und kein Museum vermitteln können!“ (Maria Montessori 1988)

Jedes Kind fragt im Laufe seiner Entwicklung nach Ursprung und Ziel des Lebens, nach Glück und Leid, nach Gut und Böse, nach Tod und Liebe.
Grunderfahrungen eigener Lebenswirklichkeit erwirbt das Kind vielfach über die Beobachtung und Anschauung von Naturprozessen.
Ziel ist es, das Interesse des Kindes an der Umwelt und der Natur zu wecken und zu fördern.
Das Kind soll dabei die Zusammenhänge, Verflochtenheit, Abhängigkeiten und Prozesse so ganzheitlich wie möglich erleben können!

 

„Das Leben anregen, ihm jedoch freien Lauf bei seiner Entfaltung lassen, hier liegt die erste Pflicht des Erziehers!“

(Maria Montessori)

 

Die Gummibärenbande freut sich auf ein spannendes Jahr mit vielen neuen Ansätzen Materialien und Elementen. Viele Ideen von Maria Montessori werden nach und nach in unserern gewohnten Kindergartenalltag eingeführt

 

 

Buchempfehlung zur Montessoripädagogik:

"Wenn die Ziege schwimmen lernt" 

Nele Moost, Pieter Kunstreich, ISBN 978-3-407-77300-5

 

 

 

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